Bewusster Genuss

Schmecken – was steckt drin?

Beim Essen nehmen wir oft nur wahr, ob uns etwas „schmeckt“ oder nicht. Dabei gibt es viel mehr zu entdecken! Nimm dir bei einer Mahlzeit bewusst Zeit und versuche, mindestens drei verschiedene Zutaten herauszuschmecken. Was erkennst du sofort und was erst nach ein paar Bissen? Schließe zwischendurch ruhig einmal die Augen. So kannst du dich noch stärker auf den Geschmack konzentrieren. Vielleicht entdeckst du eine Zutat, die dir bisher noch nie bewusst aufgefallen ist.

Offline Genießen

Handy neben dem Teller, Serie auf dem Fernseher oder schnell noch eine Mail beantworten – beim Essen sind wir oft abgelenkt. Probiere deshalb eine Woche lang, deine Mahlzeiten ohne Bildschirm zu genießen. Richte deine Aufmerksamkeit stattdessen ganz auf dein Essen und die Menschen, mit denen du am Tisch sitzt. Beobachte dabei, ob du Geschmack, Geruch oder Sättigung anders wahrnimmst. Vielleicht merkst du sogar, dass du langsamer isst oder dein Essen intensiver genießt. Eine kleine Offline-Zeit, die ganz dem Genuss gehört.

Das Auge isst mit

Genuss beginnt schon vor dem ersten Bissen, denn auch unsere Augen essen mit. Schau dir deine nächste Mahlzeit deshalb erst einmal ganz bewusst an. Welche Farbe fällt dir als Erstes ins Auge? Welche weiteren Farben, Formen und Details entdeckst du auf deinem Teller? Überlege auch, welche Erwartungen der Anblick bei dir weckt: Sieht das Essen frisch, würzig, süß oder besonders knackig aus? Erst danach kommt der erste Bissen und du kannst prüfen, ob der Geschmack zu deinem ersten Eindruck passt.

Was riechst du?

Unser Geruchssinn spielt eine große Rolle dabei, wie wir Geschmack wahrnehmen. Bevor du deinen ersten Bissen nimmst, rieche deshalb ganz bewusst an deiner Mahlzeit. Welche Aromen kannst du erkennen? Vielleicht entdeckst du Kräuter wie Basilikum oder Rosmarin, Gewürze wie Pfeffer, Zimt oder Curry oder auch Röstaromen. Versuch, mindestens einen Geruch möglichst genau zu benennen. Danach probierst du. Erkennst du die gleichen Aromen auch beim Essen?

Essen mit allen Sinnen

Cremig, knackig, weich, saftig oder bissfest: Nicht nur Geschmack und Geruch entscheiden darüber, wie wir Essen erleben. Konzentriere dich bei deiner nächsten Mahlzeit deshalb ganz auf die Konsistenz. Wie fühlt sich der erste Bissen im Mund an und wie verändert er sich beim Kauen? Gibt es unterschiedliche Texturen auf deinem Teller? Achte auch darauf, welche Konsistenz du besonders angenehm findest. So lernst du eine Seite deiner Mahlzeit kennen, die im Alltag schnell untergeht.

Knusprig trifft Cremig

Spannende Gegensätze machen Essen besonders interessant. Kombiniere heute deshalb ganz bewusst etwas Knuspriges mit etwas Cremigem. Das kann zum Beispiel Joghurt mit Nüssen, eine cremige Suppe mit Croûtons oder Brot mit einem cremigen Aufstrich sein. Nimm einen Bissen und achte darauf, wie sich die beiden Konsistenzen ergänzen. Welcher Bestandteil fällt dir zuerst auf? Experimentiere ruhig ein bisschen. Vielleicht entdeckst du eine neue Lieblingskombination.

Genuss in 3 Worten

Wie würdest du deine nächste Mahlzeit beschreiben, wenn du dafür nur drei Adjektive verwenden dürftest? Nimm dir nach den ersten Bissen einen Moment Zeit und überlege: Ist sie zum Beispiel würzig, knackig und frisch oder vielleicht cremig, mild und süßlich? Versuche, möglichst konkrete Wörter zu finden und nicht nur „lecker“ oder „gut“ zu verwenden. Dabei kannst du Geschmack, Geruch, Aussehen und Konsistenz einbeziehen. Die kleine Übung hilft dir, genauer wahrzunehmen, was dir an einem Essen eigentlich gefällt.